Was kann der Taycan?

Die erste Welle der elektrifizierten Fahrzeuge haben die deutschen Hersteller bekanntermaßen verschlafen, doch nun starten sie mit voller Kraft durch. Besonders der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche versucht nun, auf neuem Terrain alte Tugenden zum Glänzen zu bringen. Schnell, edel und nicht weniger als der Beste seiner Art sind die Vorgaben, die der neue Taycan zu erfüllen hat.

Elon Musk hat es da einfacher

Bevor wir uns dem Taycan widmen, schauen wir doch einmal, was die Konkurrenten zu bieten haben. Der größte Gegner sitzt erstmals nicht auf der europäischen Kontinentalplatte, sondern auf der anderen Seite des Atlantiks. Tesla ist seinen Mitbewerbern immer noch um Jahre voraus, dies schmerzt besonders im so wichtigen Automarkt China, dort gibt Musk den Ton an und das Tempo vor.

Mit dem Tesla Model S schicken die Amerikaner einen elektrischen Sportwagen ins Rennen, der nur minimal langsamer zu sein scheint als der Porsche, doch dafür ist er auch erheblich günstiger. Auf den ersten Blick erscheint dies alles ausweglos, da in Zeiten des Elektro-Antriebes ein schier unendliches Reservoir an Drehmoment und Leistungsentfaltung möglich ist, ohne das man hierzulande komplexe Motoren und Antriebe entwickeln muss.

Wo liegt die Chance des Taycan?

Bei Sportwagen geht es um mehr als nur die reinen Leistungsdaten. Es hat in der Vergangenheit immer bärenstarke BMW M3 oder Mitsubishi und Nissan GTR gegeben, die den Porschemodellen bei den Leistungsdaten den Rang ablaufen konnten. Dies gilt im übrigen auch für die anderen Sportwagenhersteller. Natürlich muss ein Sportwagen kompromisslos schnell und technisch auf der Höhe der Zeit sein, damit er vom Kunden angenommen werden kann, doch gibt es noch mehr Faktoren, die einen waschechten Sportwagen ausmachen.

Da ist zum einen die gesamte Aura, der Mythos, der Status und die Exklusivität des Fahrzeuges, die einen erheblichen, wenn nicht sogar den größten Kaufanreiz darstellen. An dieser Stelle stehen die Wagen von Porsche und Ferrari weit vor einem Model S, der eher den kühlen Techniker anspricht als den Sportwagenenthusiasten. Der große Vorteil des Letzteren ist seine Bereitschaft, viel Geld für ein unpraktisches Auto zu bezahlen.

Reicht das aus?

Zu Beginn mit Sicherheit. In Zeiten einer technologischen Neuausrichtung vertrauen die meisten Menschen den Umschwung eher den etablierten Marken zu, darum wird so mancher Fehler verziehen, doch ab der zweiten und spätestens ab der dritten Generation muss das Fahrzeug wieder unangefochten das beste seiner Art sein, damit der Mythos weiterentwickelt werden kann.

Der aktuelle Taycan zeigt kaum Schwächen, ist auf der Rennstrecke extrem schnell und auch im Alltag variabel einsetzbar. Für viele Fans ist er sogar der schönste Porsche aller Zeiten, besonders das Heck ist eine echte Augenweide und überredete bereits so manchen zum Kauf. Genau so kann der Taycan zu einem echten und dauerhaften Erfolgsmodell werden: hohe Emotionalität, extrem schnell und dies gepaart mit dem porscheüblichen Status. So verkauft man morgen noch Autos.

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